Verfestigung an der B70 bei Borken: Vom Labor auf die Baustelle
An der B70 bei Borken, am Knotenpunkt zur B67, ist die Strecke gesperrt. Ruhig ist es hier Anfang Mai dennoch nicht, denn der Einbau des Tragschichtbinders läuft bereits. Der Wasserwagen zieht seine Bahnen, Maschinen arbeiten parallel, und mit jedem Arbeitsgang verändert sich die Unterlage sichtbar. Mit dem über AVG Mineralische Baustoffe bezogenen Tragschichtbinder entsteht an der Bundesstraße Schritt für Schritt die Grundlage für den neuen Straßenaufbau.
Wie aus alter Verfestigung eine neue Verfestigung wird
Was auf der Baustelle routiniert wirkt, beginnt bereits Wochen zuvor im Labor. Bevor der Einbau starten konnte, musste untersucht werden, welche Bindemittelmenge für die neue Verfestigung erforderlich ist, um eine ausreichende Druckfestigkeit zu erreichen. Dazu entnahm das Zentrallabor der PORR in Münster, als Teil des ausführenden Bauunternehmens PORR Verkehrswegebau GmbH, Proben aus der zuvor aufgefrästen alten Verfestigung und analysierte diese anschließend im eigenen Labor. Im Rahmen dieser Eignungsprüfung wurden die idealen Einbauparameter für die neue Verfestigung ermittelt. Statt das Baustoffgemisch vollständig auszutauschen, wird die alte Verfestigung aufgebrochen, mit einem Felsbrecher zu einem Baustoffgemisch 0/32 mm aufbereitet und gezielt neu verfestigt.
Eignungsprüfung zur Ermittlung des erforderlichen Bindemittelgehaltes
Die teils beschädigte Verfestigung unter der alten Asphaltdecke wurde aufbereitet und zu insgesamt 18 Probekörpern mit unterschiedlichen Bindemittelgehalten von 5 %, 7 % und 9 M.-% verarbeitet. Zum Einsatz kam der Wittekind Tragschichtbinder HRB E 4 aus dem Sortiment von AVG Mineralische Baustoffe. Nach 7 beziehungsweise 28 Tagen wurden die Druckfestigkeiten der Probekörper ermittelt. So ließ sich feststellen, bei welchem Bindemittelgehalt die geforderte Druckfestigkeit von 7 MPa erreicht wird und das vorhandene Baustoffgemisch ausreichend stabil und belastbar ist.
Hydraulisch gebundene Tragschicht: Mit Bindemittel zur stabilen Verfestigung
Im laufenden Einbau zeigt sich, wie sich die Ergebnisse aus dem Labor in der Praxis bewähren. AVG Logistics liefert den Tragschichtbinder in der benötigten Menge per Silowagen zur Baustelle, wo das Material pneumatisch in einen Streuwagen überführt wird. Zunächst wird das aufbereitete Baustoffgemisch durch die Zugabe von Wasser auf den optimalen Einbauwassergehalt eingestellt, bevor der Streuwagen den Tragschichtbinder gleichmäßig auf der Fläche verteilt. Die Ergebnisse der Eignungsprüfung bilden die Grundlage für die Dosierung des Bindemittels. Vor Ort kommen rund 25 Kilogramm Bindemittel pro Quadratmeter zum Einsatz.
Präzise Abläufe auf der Baustelle
Im nächsten Schritt vermischt ein Bodenstabilisierer den Tragschichtbinder mit der aufbereiteten alten Verfestigung in einer Dicke von rund 20 Zentimetern, bis ein homogenes Baustoffgemisch entsteht. Jeder Arbeitsschritt baut auf dem vorherigen auf. Feuchte, Dosierung und Durchmischung müssen exakt aufeinander abgestimmt sein, damit die Anforderungen an die neue Verfestigung erreicht werden. Zum Schluss verdichtet der Walzenzug die Fläche so lange, bis die maximale Verdichtung erreicht ist. Ziel ist eine möglichst homogene und tragfähige Schicht, die Lasten gleichmäßig verteilt und eine stabile Grundlage für den anschließenden Asphaltaufbau schafft.
Stabile Straßen beginnen unter der Oberfläche
Die Qualität einer Straße entscheidet sich nicht erst im sichtbaren Asphalt, sondern bereits im sorgfältig vorbereiteten Baugrund. Hier greifen Laborergebnisse, Materialwahl und Einbauverfahren präzise ineinander und schaffen die Grundlage für eine langfristige Tragfähigkeit. Was später als fertige Straße sichtbar ist, hat seinen Ursprung in der unsichtbaren, aber entscheidenden Arbeit im Untergrund und Oberbau.
Besonderheiten
Baustoffe
Standort
Borken, Deutschland
Datum
2026
Gemeinde
Gemeinde Borken