Der kleine Weiße Riese fällt: Vom Betonriesen zum Rohstoff der Zukunft

Am 27. Juli 2025 fiel in Duisburg-Hochheide der sogenannte kleine Weiße Riese. Das 21-geschossige Hochhaus prägte über Jahrzehnte das Stadtbild, galt zuletzt jedoch als Problemfall: Leerstand, bauliche Mängel und soziale Herausforderungen. Mit der Sprengung wurde Platz für Neues geschaffen. Zunächst blieben jedoch gewaltige Schuttmengen zurück, die wir gemeinsam mit AVG Baustoffe Duisburg und AVG Recycling in wertvolle Sekundärrohstoffe verarbeiten.

Große Mengen, wenig Platz

Auf engstem Raum zeigte unser Team, gemeinsam mit PORR Becker Abbruchtechnik GmbH (Tochter der PORR AG und der BECKER Sanierungstechnik GmbH, im folgenden PBA), was reibungslose Zusammenarbeit bedeutet. Fünf Bagger, zwei Radlader, ein Brecher und knapp 35.000 Tonnen Bauschutt mussten hier koordiniert werden. Hinzu kamen die zahlreichen Lkw, die das Material abtransportierten. „Logistisch ist das hier eine echte Herausforderung“, sagt Erwin Schulenberg, Baustellenleiter bei PBA.

Arbeiten mitten im Quartier

Die Baustelle liegt mitten in Hochheide. Direkt daneben steht noch der letzte „Weiße Riese”, ein kleiner Skatepark liegt nur wenige Meter entfernt. Täglich verfolgen viele neugierige Passanten und Anwohner den Fortschritt durch den Bauzaun. Aufgrund der Lage mitten im Quartier spielte die Staubbindung eine zentrale Rolle: Bereits für die Sprengung kamen rund 20 Wasserbecken zum Einsatz, um den Staub zu binden und die Luftqualität zu sichern. Auch beim Sortieren und Brechen wird das Material regelmäßig befeuchtet. So konnte die Staubbildung auf ein Minimum reduziert werden.

Aus Bauschutt wird Wertstoff

Nachdem PBA die grobe Vorsortierung abgeschlossen hatte, kamen wir mit unserem Brecher ins Spiel: Das Material wurde in zwei Korngrößen verarbeitet: 0/45 mm und 0/80 mm. Eine große Menge des gebrochenen Materials findet als Sekundärbaustoff in der Betonindustrie eine neue Verwendung. So entsteht aus Abbruchmaterial ein wertvoller Rohstoff, der natürliche Ressourcen ersetzt.

Zusammenarbeit, die überzeugt

Auf der Baustelle mit begrenztem Platz und hohem Materialaufkommen war eine präzise Abstimmung zwischen allen Beteiligten entscheidend. „Die Zusammenarbeit bei diesem Projekt war ausgezeichnet. Das erlebt man selten so professionell“, berichtet Erwin Schulenberg. Kurze, direkte Absprachen, oft telefonisch statt per E-Mail, ermöglichten schnelle Entscheidungen und effiziente Reaktionen auf Herausforderungen.

Vom Hochhaus zum Stadtpark

Mit der Beseitigung der Überreste des kleinen Weißen Riesen beginnt die nächste Phase des Stadtumbaus in Hochheide. Auf dem Areal entsteht der Stadtpark Hochheide. Dieser soll künftig als grünes Zentrum für Erholung, Begegnung und Freizeit dienen, und damit die Lebensqualität im Stadtteil nachhaltig verbessern. Was früher ein Betonriese war, wird zum grünen Herz Hochheides. Und selbst der Schutt findet als neuer Baustoff eine zweite Zukunft.

Besonderheiten

Recycling

Standort
Duisburg-Hochheide, Deutschland

Datum
2025

Gemeinde
Gemeinde Duisburg

0
Geschossige Hochhaus