Das Haus des Erinnerns und Gedenkens: Ein Ort, der Geschichte weiterträgt

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Eva Weyl, Sylvia Löhrmann, Sara Janssen, Edmund Verbeet, Wilfried Röth

Eva Weyl, Sylvia Löhrmann, Sara Janssen, Edmund Verbeet, Wilfried Röth

Rund 200 Menschen hörten im Oberlandesgericht Düsseldorf der Geschichte einer Frau zu, deren persönliche Erfahrungen eng mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte verbunden sind. Eva Weyl, Holocaust-Überlebende und Schirmherrin des Haus des Erinnerns und Gedenkens in Kleve, berichtete beim Justizkolloquium Anfang Juli über ihr Leben und ihre Erfahrungen während der NS-Zeit. Unter den Gästen waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Justiz und Gesellschaft, darunter auch Repräsentanten aus dem Bereich der jüdischen Gemeinschaft und der Erinnerungsarbeit. Auch Sara Janssen nahm für AVG an der Veranstaltung teil und erlebte, wie eindrucksvoll persönliche Geschichten die Vergangenheit begreifbar machen können.

Ein Ort, der Erinnerung lebendig hält

Mit dem Haus des Erinnerns und Gedenkens entsteht in Kleve ein Ort, an dem Geschichte bewahrt, erzählt und für alle Menschen zugänglich gemacht wird. Es soll nicht nur an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern, sondern Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionsgemeinschaften ermöglichen, den freien Meinungsaustausch fördern und ein Zeichen gegen jede Form von Diskriminierung setzen. Denn Ausgrenzung beginnt nicht plötzlich, sondern oft mit Worten, Vorurteilen und der Vorstellung, manche Menschen seien weniger wert als andere.

Seit Jahrzehnten erzählt Eva Weyl ihre persönliche Geschichte und macht damit etwas sichtbar, was historische Fakten allein oft nicht vermitteln können: Hinter Geschichte stehen Menschen und ihre Schicksale. Die Verbindung zu unserer Region macht ihre Geschichte besonders greifbar. Ihre Familie stammte aus Kleve und floh vor den Nationalsozialisten in die Niederlande. Als siebenjähriges Mädchen wurde sie 1942 im Durchgangslager Westerbork interniert. Mit ihren Vorträgen schlägt Eva Weyl eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Genau das ist auch das Anliegen des Hauses des Erinnerns und Gedenkens in Kleve.

Die Spuren der Vergangenheit reichen bis heute

Geschichte hinterlässt Spuren, die bis heute Teil unseres Alltags sind. Auch in unserer Arbeit begegnen uns solche Spuren. Unser Team der AVG Explosieven Opsporing Nederland beschäftigt sich mit den materiellen Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs. Dazu werden historische Luftbilder ausgewertet, Archive herangezogen und Blindgänger aufgespürt, damit diese unschädlich gemacht werden können.

Diese Arbeit erinnert uns daran, dass Geschichte nicht einfach verschwindet. Manche ihrer Spuren liegen bis heute unter unseren Füßen. Andere zeigen sich in Worten, Haltungen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Gerade deshalb ist Erinnerung wichtig. Sie hilft uns, die Spuren der Vergangenheit einzuordnen und Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen.

Erinnerung braucht Menschen und Orte

Mit ihrem Vortrag hat Eva Weyl den Zuhörenden gezeigt, wie wichtig es ist, ihre Geschichte weiterzutragen. Orte wie das Haus des Erinnerns und Gedenkens schaffen Raum, diese Geschichten auch in Zukunft weiterzugeben. Denn Erinnerung lebt davon, dass Menschen sie weitertragen und dass es Orte gibt, die dafür dauerhaft Raum schaffen.

Das Haus des Erinnerns und Gedenkens unterstützen

Das Haus des Erinnerns und Gedenkens in Kleve wird durch öffentliche Fördermittel und private Spenden finanziert. Damit das Projekt umgesetzt und langfristig mit Leben gefüllt werden kann, werden weiterhin Unterstützerinnen und Unterstützer gesucht.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zu spenden finden Sie auf der offiziellen Website: hdeug.de

Gebäudeentwurf / Visualisierung / Konzept: Hülsmann Thieme Minor Architektenpartnerschaft mbB