Ministerin Mona Neubaur besucht AVG in Rheinberg: Abfallholz als Baustein der Energiewende

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Auf dem Industriegebiet in Rheinberg, wo Lkw ein- und ausfahren und Anlagen rund um die Uhr laufen, wird an einer Frage gearbeitet, die weit über diesen Standort hinausgeht: Wie machen wir die Industrie nachhaltiger mit dem, was bereits vorhanden ist? Genau aus diesem Grund besuchte Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie von Nordrhein-Westfalen, die AVG Rheinberg. Hier konnte sie sehen, wie nicht wiederverwendbares Abfallholz zu Biomasse verarbeitet wird und damit Kohle in bestehenden industriellen Energieprozessen ersetzt.

Abfallholz, aber nicht irgendeins

Abfallholz hat verschiedene Einsatzmöglichkeiten. In Rheinberg verarbeitet AVG jährlich bis zu 300.000 Tonnen nicht wiederverwendbares Abfallholz, das aufgrund von Verschmutzung oder Zusammensetzung nicht mehr für das Materialrecycling geeignet ist. Genau diese bestehenden Restströme werden hier als Rohstoff zur Energieerzeugung genutzt. Dabei gelten klare Grundsätze: Es werden keine Primärholzströme verwendet. Der Einsatz basiert vollständig auf Abfallströmen und zielt darauf ab, das bereits vorhandene Material maximal zu nutzen.

Von Kohle zu Abfallholz: mit außergewöhnlicher Effizienz

Das von AVG aufbereitete Abfallholz wird in der AVG-WoodPower-Anlage in Rheinberg eingesetzt, wo es Kohle in der industriellen Energieerzeugung ersetzt. Bei dieser Anwendung wird ein energetischer Wirkungsgrad von über 94 % erreicht, ein in der Branche außergewöhnlicher Wert, der die Lösung von vergleichbaren Anlagen unterscheidet. Ebenfalls wird hier ein entscheidender Wert zur CO2 Einsparung geleistet.

Technologie, die läuft

Die Anlage in Rheinberg basiert auf von AVG selbst entwickelter Technologie und ist seit 2021 vollständig in Betrieb. Keine Pilotanlage, kein Testaufbau, sondern eine Anlage, die täglich im industriellen Maßstab läuft. Während eines Rundgangs über das Gelände wurde der Ministerin der gesamte Prozess gezeigt: von Anlieferung und Sortierung bis zur Aufbereitung und Lieferung. So wurde sichtbar, wie Technik, Logistik und Sicherheit in einem integrierten Prozess zusammenkommen.

Gespräche über Rahmenbedingungen

Der Besuch drehte sich nicht nur um Technik, sondern insbesondere um die Voraussetzungen, die solche Anwendungen möglich machen. Im Gespräch mit der Geschäftsleitung, Partnern und regionalen politischen Vertretern wurde auf den vorherrschenden Bürokratismus, Genehmigungen, Sicherheit und Vorschriften eingegangen. Kurzum: Es ging um Rahmenbedingungen, die entscheidend für einen verantwortungsvollen und zukunftsfähigen Einsatz von Abfallströmen sind.

Dass die Ministerin gerade diesen Standort besuchte, unterstreicht die Bedeutung konkreter Praxisbeispiele für die Energiewende: Orte, an denen Politik und Umsetzung zusammenkommen.

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Über den Besuch bei AVG in Rheinberg erschien auch ein Artikel in der Rheinischen Post.

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