Wo die Geschichte lebendig wird
- Allgemein
Und alte Geschichten den Ausgangspunkt für
moderne Sicherheit bilden
Es ist still im Regionalarchiv Nijmegen. Nur das leise Rascheln von Papier und das Tippen auf Tastaturen durchbrechen die Ruhe. Die Atmosphäre erinnert an eine Bibliothek, aber sobald die Archivarin die schweren Tresortüren öffnet, erschließt sich eine völlig andere Welt. Hinter diesen Türen verbirgt sich ein Labyrinth der Geschichte mit Reihen von Schränken voller vergilbter Akten, Karten, Tagebücher und Briefe.
Ich bin zusammen mit Wouter van den Brandhof von unserer Abteilung AVG Explosieven Opsporing Nederland hier. Für ihn ist ein solcher Archivbesuch ein unverzichtbarer Teil einer Voruntersuchung: Er stöbert durch die Vergangenheit, um die Risiken von heute zu verstehen.
Mit einer Reihe von Akten geht er zielstrebig zum Lesetisch. „Man muss wissen, wonach man sucht”, sagt er, während er einen Stapel vergilbter Papiere aufschlägt. „Manchmal versteckt sich der Hinweis zwischen Beschreibungen von etwas ganz anderem.” Eine Meldung über Kriegsschäden kann auf einen Bombenangriff hinweisen, ein archäologischer Bericht auf eine Flugzeugbergung. Jedes Detail zählt.
Heute hat er speziell für meinen Besuch etwas Besonderes hervorgeholt: einen Brief von Papst Sixtus V. aus dem Jahr 1586. Darin ist beschrieben, wie Menschen Vergebung für ihre Sünden erhalten konnten. Normalerweise bleibt ein solches Dokument sicher verwahrt, aber speziell für unseren Besuch durfte es kurz aus dem Tresor geholt werden. Die Buchstaben tanzen in eleganter Handschrift über das Pergament. Es ist fast unwirklich, dass jemand dies vor mehr als vier Jahrhunderten geschrieben hat.
Doch nicht nur die alten Pergamente beeindrucken uns. Wir erhalten auch Einblick in einige Tagebücher aus den Kriegsjahren. Damals mussten die Menschen festhalten, was sie erlebten: Bombardierungen, Verluste, Hoffnungen. Die Tinte mag verblasst sein, die Emotionen sind es nicht. Es ist unmöglich, solche Passagen zu lesen, ohne einen Moment in Stille zu verharren.
Für Wouter ist dies Alltag, aber niemals Routine. Denn in jeder Akte, hinter jedem Ordner kann ein Stück Geschichte verborgen sein, das noch niemand zuvor gesehen hat. „Das ist das Schönste“, sagt er lächelnd. „Wenn es plötzlich klickt.“
Was hier in Stille aufbewahrt wird, bildet die Grundlage für unsere heutige Sicherheit. Denn für jedes neue Projekt, jede Voruntersuchung beginnt die Arbeit unserer Spezialisten mit einer einfachen Handlung: einem Blick in die Vergangenheit.
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